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Die BRD 1949 bis 19701949Am 8. Mai 1949 beschließt der parlamentarische Rat das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, welches am 23. Mai von Konrad Adenauer, dem Vorsitzenden des Parlamentarischen Rates, in einem Festakt in Bonn verkündet wird.
Am 14.August 1949 findet die erste Bundestagswahl statt. Von insgesamt 402 Mandaten kann die CDU/CSU 139 erlangen, die SPD 131, die FDP 52, die KPD 15, die DP 17; der Rest verteilt sich auf verschiedene kleinere Parteien. Hans Böckler wird Vorsitzender des neu gegründeten Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Theodor Heuss wird erster Bundespräsident. 1950Beitritt der Bundesrepublik zum Europarat. 1951Die Bundesrepublik Deutschland wird vollberechtigtes Mitglied des Europarates. Die Benelux-Staaten, Frankreich, Italien und Deutschland gründen die Montanunion. Das Bundesverfassungsgericht konstituiert sich in Karlsruhe. 1952Stalin bietet der Bundesrepublik die Wiedervereinigung mit der 1949 gegründeten DDR. Als Bedingung wird die völlige Bündnisfreiheit Deutschlands gestellt. Adenauer lehnt ab. 1953Der Aufstand vom 17. Juni in der DDR wird vom Deutschen Bundestag zum Anlass genommen, diesen Tag per Gesetz als Feiertag - als Tag der deutschen Einheit - zu bestimmen Die Wahlen zum zweiten Deutschen Bundestag ergeben 243 Mandate für die CDU/CSU, 151 für die SPD, 48 für die FDP und 45 für die sonstigen Parteien. Es waren insgesamt 487 Mandate zu vergeben. 1954Die Bundesrepublik wird in die Nato aufgenommen Die Westeuropäische Union (EWU) wird von Frankreich, den Benelux-Staaten, Italien und der Bundesrepublik aus der Taufe gehoben. Abermals wird von der Sowjetunion eine Wiedervereinigung angeboten. Bedingung ist unter anderem der Abzug aller Besatzungsmächte. Auch dieses Angebot wird abgelehnt. 1955Die Wiederbewaffnung wird beschlossen. Die letzten Kriegsgefangenen kehren aus der Sowjetunion zurück Per Volksabstimmung entscheiden sich die Saarländer für die Zugehörigkeit zur Bundesrepublik Deutschland. Das Wirtschaftswunder ist in vollem Gange: Es herrscht Vollbeschäftigung. 1956Die allgemeine Wehrpflicht wird eingeführt. Das Recht auf Wehrdiensverweigerung war bereits im Grundgesetz, Artikel 4.3, verankert: Das Bundesverfassungsgericht erklärt die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) für verfassungswidrig. 1957Die Wahlen zum dritten deutschen Bundestag ergeben eine absolute Mehrheit für die CDU/CSU: mit 50,2% der Wählerstimmen erlangen die christlichen Parteien 270 von 497 Mandaten. Adenauer ist auf dem Höhepunkt seiner Macht. Der Slogan "Keine Experimente" hat das Empfinden der Wähler genauestens getroffen. 1958Die beabsichtigte Ausrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen ruft erhebliche Proteste hervor. Ein Antrag auf eine Volksabstimmung wird vom Bundesverfassungsgericht für nicht rechtens befunden. Aber der Protest bleibt in Form alljährlich stattfindender Ostermärsche erhalten. 1959Mit ihrem Godesberger Programm wendet sich die SPD der freien Marktwirtschaft zu. Dr. h. c. Heinrich Lübke wird Bundespräsident. 1960Bundeskanzler Adenauer trifft sich im Rahmen eines USA-Besuches erstmals mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ben Gurion. 1961Im Zuge des Mauerbaus gibt es schwere politische Auseinandersetzungen bezüglich der Ostpolitik zwischen Willy Brandt und Konrad Adenauer. Der CDU gelingt es nicht, rechtzeitig ihren Wahlkampf auf die veränderte Lage einzustellen. Bei der Bundestagswahl büßt die CDU/CSU ihre absolute Mehrheit ein. Die ersten Zivildienstleistenden nehmen ihre Tätigkeit auf. Einführung der 5-Tage-Woche im Bankengewerbe. 1962Es gibt vermutlich kein anderes Ereignis, das das Vertrauen in die noch junge Demokratie derartig erschüttert wie die Besetzung der SPIEGEL-Redaktion durch die Polizei und die Verhaftung Rudolf Augsteins im Oktober 1962. Es wird wegen Landesverrates gegen das Hamburger Nachrichtenmagazin ermittelt. 1963In einer umjubelten Rede spricht der amerikanische Präsident John F. Kennedy die denkwürdigen Worte "Ich bin ein Berliner." und wird von den West-Berlinern als Garant ihrer Freiheit gefeiert. Konrad Adenauer tritt als Bundeskanzler zurück. 1964Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung konstituiert sich. 1965Ludwig Erhard wird bei den fünften Bundestagswahlen als Kanzler bestätigt. Von 496 Mandaten erreichen CDU/CSU 245, SPD 202 und die FDP 49. 1966Der Wohlstandsstaat Bundesrepublik Deutschland bekommt erste Risse. Innerhalb eines Jahres hat sich die Arbeitslosenzahl fast vervierfacht (1966 : 101.476, 1967 400.733 Arbeitslose jeweils im Juni). CDU/CSU und SPD bilden eine Große Koalition unter Kurt Georg Kiesinger als Bundeskanzler. 1967Bei Ausschreitungen im Rahmen einer Demonstration gegen den Schah von Persien wird der Student Benno Ohnesorg von der Polizei erschossen. 1968Auf Rudi Dutschke, einem der Repräsentanten der APO, wird ein Anschlag verübt, an dessen Folgen er 1978 verstirbt. Die Notstandsgesetze werden verabschiedet. Die linksliberalen Kräfte in der FDP können sich durchsetzen. Viele FDP Wähler wandern zwar ins Unionslager ab, aber die FDP ist nun gewissermaßen zu beiden Seiten offen für eine Koalitionsaussage. Nach zwei Anschlägen auf Frankfurter Kaufhäuser werden Gudrun Ensslin und Andreas Baader verhaftet. Zwei Namen, die im Zusammenhang mit der Rote Armee Fraktion in den Siebziger Jahren zweifelhafte Bedeutung erlangen werden. 1969Heinrich Lübke tritt als Bundespräsident zurück. Nachfolger wird Gustav Heinemann. Die Bundestagswahlen ergeben folgende Sitzverteilung (insgesamt 496 Mandate): 1970In Erfurt findet das erste deutsch-deutsche Gipfeltreffen statt. Bundeskanzler Willy Brandt besucht den DDR-Ministerpräsidenten Willy Stoph. Im Warschauer Vertrag wird die Oder-Neiße-Linie als Westgrenze Polens endgültig festgelegt. SchlussbemerkungAn dieser Stelle soll unser kleiner Überblick über die politische Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland enden. Sicher gibt es noch viele Punkte, die einer ausführlichen Betrachtung würdig sind; hierzu sei auf die Literaturhinweise am Anfang dieser Seite hingewiesen. Weiterführende Links Christian Sender |
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