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Die E 10 aus der VorserieUm das stark ansteigende Verkehrsaufkommen nach 1945 auf den elektrifizierten Strecken bzw. zu elektrifizierenden Strecken bewältigen zu können, mussten von der Deutschen Bundesbahn neue elektrische Lokomotiven beschafft und in Dienst gestellt werden. Zwar hatten sich die noch zahlreich vorhandenen Lokomotiven des 1. Typenprogramms (Lokomotivbaureihen E 18, E 19, E 44 und E 94) bis dato bestens bewährt, allerdings waren diese Fahrzeuge in den Jahren 1931 bis 1945 nach dem damaligen Entwicklungsstand der Technik beschafft worden und daher in der Unterhaltung der mechanischen und elektrischen Ausrüstung für die Bundesbahn zu aufwändig. ![]() E 10 001 Aufgrund der kriegsbedingt fehlenden Erfahrung im modernen elektrischen Lokomotivbau beauftragte die Deutsche Bundesbahn im Jahre 1949 die drei Elektrofirmen AEG, BBC und SSW, sowie die drei Lokomitivfabriken Krauss-Maffei, Krupp und Henschel unabhängig voneinander, die elektrische Ausrüstung bzw. den Fahrzeugteil für fünf Versuchslokomotiven zu entwickeln. Allen gemeinsam sollte die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h unter Zugrundelegung eines bestimmten Leistungsprogrammes sein. Während Gesamtaufbau und Fahrzeugteil als Drehgestell-Lokomotive bei allen Versuchsträgern nahezu gleich waren, wählten die Hersteller für Antrieb, Transformator, Schaltwerk etc. verschiedene Ausführungen, um alle nach dem neuesten technischen Stand entwickelten Bauarten erproben und somit Erfahrungen für den Serienbau sammeln zu können. Eine stetige Betriebszunahme und beachtliche Fortschritte in der Neuelektrifizierung machten allerdings eine Übergangslösung nötig, um den Betrieb problemlos aufrecht erhalten zu können. So wurden bewährte Lokomotivtypen des ersten Typenprogramms zum Teil in großer Stückzahl nachgebaut, um den dringensten Bedarf an elektrischen Lokomotiven zu decken. Beachtlich ist die Zahl der in diesem Zusammenhang nach dem Krieg beschafften Alt-Baureihen:
![]() E 10 002 Ein Großteil der Altbau-Lokomotiven (E 44 185 - 191 sowie E 94 151 - 159) stammt noch aus Reichsbahn-Aufträgen, deren Fertigung schon während des Zweiten Weltkrieges begonnen worden war. Im Gegensatz zur E 44 wurden die Lokomotiven der Baureihe E 94 jedoch zum großen Teil als sogenannte Nachbaulokomotiven mit zahlreichen Verbesserungen nachgeliefert. Zu den Neuerungen zählte unter anderem ein neu entwickelter Fahrmotor, bei welchem die Nennleistung von 3240 kW bei der Regelausführung auf 4680 kW hochgesetzt wurde. Um weitere Erfahrungen im Hinblick auf die geplanten Einheitslokomotiven zu sammeln, wurden die Lokomotiven E 94 270 und E 94 271 mit neuen Transformatoren mit Hochspannungssteuerung, Stufenwählern und Sprunglastschaltern der Bauart Siemens ausgestattet; weiter erhielten diese Lokomotiven eine motorische Steuerung. Entsprechend des jetzigen Entwicklungsstandes im Lokomotivbau wurden die fünf Vorserien-Lokomotiven in Dienst gestellt und wie folgt bezeichnet:
![]() E 10 003 Allen fünf Vorserien-Lokomotiven gemein war die Achsanordnung Bo'Bo' mit geschweißten Kastendrehgestellen mit darauf abstützender in Schweißkonstruktion ausgeführter Brücke mit Kastenaufbau. Durch die Kastenkonstruktion konnte das Gewicht des mechanischen Teils so weit herabgesetzt werden, dass das Gesamtgewicht des mechanischen Teils erstmals niedriger war, und das bei größter Knick- und Verwindungssteifigkeit. Das Gesamtgewicht der Vorserien-Lokomotiven lag bei etwa 82 bis 84 t bei einer Gesamtlänge von durchschnittlich 16 m. Nach der Erprobung der fünf Versuchslokomotiven in den Jahren 1952 und 1953 vergab die Deutsche Bundesbahn den Auftrag zum Bau der Einheitslokomotiven an die beteiligten Firmen unter Einbeziehung der gesammelten Betriebserfahrungen. Jede am Bau beteiligte Firma erhielt den Auftrag, die Bauteile zu konstruieren, die sich bei der Erprobung der Vorserien-Lokomotiven am besten bewährt hatten und diese schließlich noch einmal konstruktiv für den Serienbau der Einheitslokomotiven zu überarbeiten und zu vervollkommen.
Die ersten Einheitlokomotiven wurden in den Jahren 1956 (E 41, E 10 und E 50) sowie 1957 (E 40) dem Bahnbetrieb übergeben. ![]() E 10 004 Kenndaten der Vorserien-Lokomotiven:
Marco Bergs |
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