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Kannst Du Dich erinnern?Frau Ursula Maria Mandel hat als Kind die unmittelbare Nachkriegszeit in Deutschland erlebt. Sie lebt seit vielen Jahren in den USA und hat Ihre Kindheitserinnerungen in der Novelle „The Good American“ verarbeitet. Wir danken Frau Mandel herzlich für diesen Gastbeitrag! Wenn man sich www.epoche-3.de anschaut, so kommen einem doch Erinnerungen auf, die man glaubt, schon lange vergessen zu haben. Erinnerungen an die Nachkriegszeit, als das Leben wahnsinnig einfach war (man hatte nichts) und wahnsinnig kompliziert (man brauchte soviel). Heute ist es so, dass wir viele Dinge besitzen. Aber es ist auch wahr, dass wir die Dinge eigentlich nicht besitzen, denn sie besitzen uns — unsere Häuser, unsere teuren Möbel, unsere teuren Autos, unser Schmuck. Aber "damals" war es so ganz anders, denn man war froh, auch nur, wie meine Familie, ein Dachzimmerchen zu finden und ein Bad - fließend kaltes Wasser - mitbenutzen zu dürfen. Auch auf amerikanischen Armeepritschen zu schlafen, statt auf dem Boden, war geradezu ein Luxus, und sich mit Pferdedecken zu bedecken schien wärmer als ein Federbett — wenn man, wie wir, oft im Gras unter offenem Himmel geschlafen hatten. Oder, wie meine Tante Otti, die ein Zuhause in einem riesigen Garten in einem winzigen Gartenhäuschen fand. Der Garten hatte herrliche alte Pflaumenbäume, und selbst wenn man es vor dem Krieg vielleicht nicht so genau nahm, jede Pflaume aufzusammeln und einzukochen, so war dies jetzt Notwendigkeit, denn es gab nichts zu essen. Zum Hamstern auf’s Land zu fahren war eine Art Tauschhandel, der im Mittelalter Mode war. Viel alter Familienschmuck ging da drauf, denn was nutzte das Zeug, wenn der Magen tagelang, wochenlang knurrte, weil nie genug zu essen da war. ![]() Ursula Mandel in der Nachkriegszeit Auch gab es CARE-Pakete aus Amerika, die mit allerlei haltbaren Sachen gefüllt
waren: Ei-Pulver und Milch-Pulver und getrocknete Maisflocken und getrocknete süße
Kartoffeln, von denen ich mich heute noch übergebe, wenn ich sie rieche. Aber sie sind
sehr reich an Vitaminen und haben uns Kinder zweifellos am Leben erhalten. Kaffee gab
es keinen, außer man hatte das Geld, ihn auf dem Schwarzen Markt zu erringen. And
dann war er so ein Luxus, dass man ihn nur sonntags trank. Während der Woche gab
es Muckefuck.
Lebensmittelkarten sorgten dafür, dass die Kinder wenigstens etwas Milch
bekamen — zwei Liter die Woche, und ein paar Gramm Fleisch — etwa so gross wie
eine Handfläche pro Woche, und ein viertel Pfund Zucker. Ursula Maria Mandel, Ph.D. Weiterführender Link |
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