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Die Baureihe V 80Erste Großdiesellok der DBNach dem Ende des zweiten Weltkriegs stellte sich die Situation für dieselbetriebene Fahrzeuge für die DB folgendermassen dar: Noch 1949 enstand ein erstes Umstellungsprogramm, angepasst an die neuen strukturellen Verhältnisse in Deutschland. Das Pflichtenheft - in enger Zusammenarbeit der Bahn mit den Herstellern erstellt- sah folgendes vor: 1950 erging dann der Auftrag an die Industrie, gleichzeitig mit dem VT 08 auch 10 Exemplare der V 80 zu bauen. Wegen des Charakters als Prototyp zur Erprobung neuer Komponenten wurden nur jene 10 Exemplare bestellt. Bei den Rangierloks hatte man sich mittlerweile auf den Antrieb mit Kuppelstangen festgelegt, so dass der Nachbau als Rangierlok nicht notwendig war. Der erste Entwurf (ein 1:1 Modell) wurde von Fachleuten gelobt, lediglich Kleinigkeiten wurden bemängelt (fehlende Griffstangen und Ablagemöglichkeiten). Auch die unter bestimmten Voraussetzungen schlechte Streckensicht wurde bemängelt, konnte aber nicht geändert werden, ohne die Lok komplett umzukonstruieren. Die Motorenindustrie bot an, die Leistung des vorgesehenen Motors ohne große Änderungen auf 1000 PS zu steigern, Dieses wurde allgemein begrüßt. Dieser Motor wurde zum Einbau vorgeschlagen. Nach Abschluß der Prüfungen wurde beschlossen, die Lok so zu bauen, wie es das Modell vorsah. Die V 80 wurde als B' B'- Drehgestelllokomotive gebaut. Sie konnte Krümmungen mit einem Halbmesser vom 80 m durchfahren! Es wurden - wie vorgesehen- die gleichen Teile wie bei den Triebwagen verbaut, die Länge betrug 12,80 m und mit vollen Betriebsvorräten kam sie auf ein Gewicht von 60 t, was einer Achslast von 15t entspricht. Das reichte für die meisten Nebenstrecken mit leichtem Oberbau aus. Neu an dieser Lok waren - abgesehen von den fahrzeugtechnischen Neuerungen- folgende Lösungen:
![]() Werksfoto von Krauss-Maffei, freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Siemens Transportations Systems Mit der Baureihe V 80 begann in Deutschland eine neue Epoche des Lokomotivbaus. Diese ersten grossen Diesellokomotiven mit hydraulischer Kraftübertragung entstanden als Gemeinschaftsentwicklung des BZA München mit der deutschen Lokomotiv-, Getriebe- und Motorenindustrie. Beim Bau der Maschinen, der zu gleichen Anteilen bei Krauss-Maffei und der MaK erfolgte, wurden völlig neue Wege beschritten. Dies trifft nicht nur auf die moderne Schweisstechnik bei Rahmen, Aufbau und Drehgestellen zu, sondern auch auf die Bauart und Anordnung der Maschinenanlagen. Unter anderem sollte auch die Brauchbarkeit des Gelenkwellenantriebes nachgewiesen werden. Ursprünglich standen drei Zwölfzylinder-Viertakt-Dieselmotoren zur Verfügung. Die Motoren MB 820 Ab von Daimler-Benz und L 12 V 17,5/22 B von MAN hatten 800 PS bei 1.400 U/min, der MD 650 Motor von Maybach hatte eine Leistung von 1.000 PS bei 1.500 U/min. Der Motor kann durch Einblasen von Dampf vorgewärmt werden. Entsprechende Überwachungsgeräte kontrollieren während des Betriebs das Einhalten der Höchstdrehzahl, die Schmieröl- und Kühlwassertemperatur und schalten im Gefahrenfall den Motor ab. Die Störungen werden auf dem Führerstand durch Kontrolllampen angezeigt. Die Leistung wird über sechs Drehzahlstufen von 600 bis 1.400 bzw. 1.500 U/min geregelt. Der Motor ist auf einem besonderen Hilfsrahmen mit Dreipunktaufhängung verwindungsfrei im Lokomotivrahmen gelagert. Die Verbrennungsluft wird durch seitliche Luftschlitze über Luftfilter und Luftschächte angesaugt, die Abgase vom Dieselmotor und Heizdampfkessel werden durch je einen Schacht in der Mitte der beiden Führerhausstirnseiten hochgeführt. Die Beschaffung der V80 war im Novemer 1952 beendet. Folgende Verteilung der 10 Maschinen hat sich ergeben:
Nachdem das EAW Opladen bereits mit den neuangelieferten V 80 zahlreiche Messfahrten durchgeführt hatte, wurden diese nun mit wechselnden Maschinen fortgesetzt. Neben Leistungs- und Zugkraftmessungen wurde vor allem das Betriebsverhalten der Lokomotive im Rangierdienst untersucht. Schon nach den ersten Einsatzmonaten hatte sich aber gezeigt, daß der Bau als Mehrzwecklokomotive nicht den gegebenen Verhältnissen entsprach: Für den Streckendienst war die Lok zu schwach ausgefallen, für den Rangierdienst war die Ausrüstung zu aufwendig. Deshalb wurden die Maschinen der Baureihe V 80 hauptsächlich im Vorortverkehr und vor leichten Eilzügen eingesetzt. Besonders in Frankfurt konnte im Wendezugbetrieb ein schneller Verkehr mit kurzem Aufenthalt im überlasteten Kopfbahnhof durchgeführt werden. Im Pendeldienst wurden die Strecken nach Bad Homburg, Kronberg und Bad Soden befahren. Im Eilzugdienst waren die Lokomotiven über Limburg und Westerburg bis nach Köln eingesetzt. Erwähnenswert ist hier der Zuglauf E 792/E 793 von Frankfurt nach Köln, der ab Sommerfahrplan 1956 mit drei VT-Steuerwagen von der V 80 gefahren wurde. Durch den Einsatz der Steuerwagen konnte der Aufenthalt in Au (Sieg) beim Kopfmachen erheblich verkürzt werden. Bis auf V 80 001, die mehrfach zwischen Bamberg und Griesheim umstationiert wurde, bevor sie im April 1954 im Tausch gegen V 80 007 endgültig nach Griesheim kam, blieben die V 80 002, 004, 005, 008 und 010 bis zur Auflösung des Bw Griesheim in Frankfurt. Ab 1958 wurden alle Maschinen mit Schalldämpfern ausgerüstet, die das laute Motorgeräusch verringern sollten. Dieser Aktion war aber wenig Erfolg beschieden, so dass die Schalldämpfer bis 1968 wieder verschwanden. Ab 1962 wurde die V 80 nach und nach von den stärkeren V 100.20 (spätere 212) aus ihren angestammten Diensten verdrängt und ab Dezember 1963 waren alle V 80 in Bamberg stationiert.
Hier noch ein paar technische Daten der V 80:
Als kleine Ergänzung hier noch zwei Bilder von H0-Modellen der V 80: ![]() © Marco Bergs Das Lima-Modell ![]() © Christian Sender Das Roco-Modell Michael Neuhauss |
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