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VT 08.5Schon wenige Jahre nach dem Krieg richtete die DB ein Netz schnell fahrender Züge, die nur die damalige 2. Wagenklasse führten, das so genannte "F-Zug-Netz" ein. Neben lokbespannten Zügen wurden auch wiederaufgearbeitete Vorkriegs-Dieseltriebzüge eingesetzt, unter anderem auch der berühmte "Fliegende Hamburger". Der Einsatz von Vorkriegs-Triebwagen war allerdings von vornherein als Übergangslösung gedacht, weil die Fahrzeuge Splittergattungen waren, von der Zahl kaum ausreichten, und kapazitätsmäßig unzureichend waren. Schon bald wurde deshalb ein Nachfolgetyp konzipiert, der auf den Entwicklungen der Vorkriegszeit basieren und auf dem neusten technischen Stand ausgeführt werden sollte. Wegen der Kapazitätsprobleme der 2- und 3-teiligen Vorkriegs-VT war von vornherein ein bis zu 4-teiliger Zug geplant. Das Antriebsdrehgestell mit im Drehgestellrahmen gelagerter Motor- und Getriebeeinheit wurde konzeptionell von den Vorkriegsfahrzeugen übernommen, die Laufgestelle waren eine Neukonstruktion. Der Wagenkasten war in vollständig geschweißter Stahlleichtbauweise ausgeführt, die zeittypischen, stromlinienförmig abgerundeten Fahrzeugköpfe mit den relativ kleinen Führerstandsfenstern verliehen dem Fahrzeug eine flugzeugähnliche, dynamische Eleganz. Die von späteren Generationen von Eisenbahnfreunden geprägte, liebvoll-spöttische Bezeichnung "Eierkopf", wäre damals wohl niemandem in den Sinn gekommen, schließlich repräsentierten die Fahrzeuge, neben der stilistisch ähnlichen V 200, Modernität und Eleganz schlechthin. Ähnlich elegant war der Innenraum gehalten, dunkle Edelholzfurniere, dazu Sitzpolster, Vorhänge und Teppiche in gedeckten Farben gaben den Abteilen eine wohnzimmerähnliche Atmosphäre. Auch die Fenster waren neukonstruiert, statt der Fallfenster der Vorkriegs-VT hatten die Wagen zweigeteilte Fenster, der untere Teil stand fest, der obere Teil ließ sich mit einer unter dem Fenster angeordneten Kurbel öffnen. Ein Zug bestand in der Regel aus drei oder vier Fahrzeugen, dem Motorwagen (VT 08) mit Gepäck und Küchenabteil und Speiseraum, ein oder zwei Mittelwagen (VM 08) mit jeweils 10 Abteilen, und einem Steuerwagen (VS 08) mit 8 Abteilen und Konferenzabteil. Die Wagen führten ursprünglich nur die zweite, nach der Klassenreform 1956 nur die erste Wagenklasse. Später wurden die Züge auch als fünf- oder sechsteilige Garnituren gefahren, wobei dann statt des Steuerwagens ein zweiter Motorwagen zum Einsatz kam. Hierbei kamen teilweise auch, eigentlich für den Nahverkehr konzipierte, Motorwagen der "Schwesterbaureihe" VT 12.5 zum Einsatz. Der Planbetrieb begann ab 5. Oktober 1952. Durch die fortschreitende Auslieferung der VT 08 konnten bis 1958 alle Vorkriegstriebwagenleistungen übernommen werden, doch die Blütezeit der VT 08 sollte schon bald zu Ende sein. Inzwischen war nämlich das TEE-Konzept aus der Taufe gehoben worden, und viele (rein innerdeutsche) F-Zugleistungen wurden bis Anfang der Sechzigerjahre in grenzüberschreitende TEE-Leistungen umgewandelt. Nachdem anfangs die VT 08 noch übergangsweise in diesen Diensten zu sehen waren, gingen diese bald an die TEE-Triebzüge der Baureihe VT 11.5 über. Durch die fortschreitende Elektrifizierung wurden weitere verbliebene F-Zugleistungen als lokbespannte Züge gefahren, da es unwirtschaftlich war, weite Strecken unter Fahrdraht mit Dieseltriebwagen zu fahren. Daher wurden ab 1963 die VT 08 zu Nahverkehrsfahrzeugen umgebaut. Neben der "Degradierung" von etwa 2/3 der Abteile zur 2. Klasse und Austausch der Stoffbezüge gegen kunstlederne in den Mittel- und Steuerwagen wurden Küchenabteil und Speiseraum der Triebwagen ausgebaut und zu einem Großraum 2. Klasse umgebaut. Die eher schlichte Möblierung der umgebauten Triebwagen stand in starkem Kontrast zu den eleganten Abteilen der Mittel- und Steuerwagen. Diese Fahrzeuge wurden in die neue Baureihe VT 12.6 umgezeichnet. Antriebsanlage: Dieselhydraulischer Antrieb auf beide Achsen des Motordrehgestells, es kamen Motoren von Daimler-Benz, MAN und Maybach zum Einsatz, die Getriebe stammten von Maybach (Mechanisches 4-Ganggetriebe mit vorgeschaltetem Wandler) und Voith (Hydrodynamisches Dreiganggetriebe). Die Wagenkästen waren als verwindungssteife Röhre in geschweißter Stahlleichtbauweise gefertigt, sie waren mit ca. 26m Länge damals technisches Neuland. Das Motordrehgestell saß in einer nach unten offenen Motorkammer, und war gegenüber dem Wagenkasten schallgedämmt abgeschlossen. Trotzdem war es in den Führerständen der Triebwagen recht laut. Die Laufdrehgestelle waren Neukonstruktion in geschweißter Leichtbauweise.
Technische Daten:
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